Wer ist Paul Friedl - wer ist der „Baumsteftenlenz"?
(nach Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Reimeier im Nachruf auf Paul Friedl)

Paul Friedl wurde 1902 in Pronfelden bei Spiegelau geboren und er verstarb 1989 in Zwiesel. Dem breiten Publikum wurde er bekannt unter dem Namen Baumsteftenlenz. Da die Zeit nicht gerade geeignet war,  junge Talente in unserem heutigen Sinne zu fördern, übte er in seinem langen Leben viele Berufe aus. Er war Holzschnitzer, arbeitete beim Bahnbau und in der Landwirtschaft, bis er schließlich hauptberuflich Musiker, Sänger, Erzähler und freiberuflicher Schriftsteller wurde. Mit einem modernen Ausdruck kann man ihn mit Fug und Recht als Selfmademan bezeichnen. Eine lange Reihe von Ehrungen, darunter das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, der Preis der Schiller-Stiftung, die Silbermedaille der Deutschen Akademie und sogar der Poetentaler der Münchner Turmschreiber bezeugen, wie bekannt und beliebt der Baumsteftenlenz weit über die Grenzen seiner engeren Heimat hinaus war.

Neben einigen Theaterstücken für sein eigenes Bauerntheater (bei dem viele Mitglieder seiner großen Familie mitwirkten) schrieb er 30 Romane und über 200 Kurzgeschichten. Paul Friedl war dabei immer bemüht, die Form der Volks­erzählung zu erhalten und dabei die volkstümliche, mundartliche Aussage in die Schriftsprache umzusetzen.

Man würde aber Paul Friedl in keiner Weise gerecht werden, wollte man nur sein schriftstellerisches Werk würdigen. Es sind ja ungezählte Lieder, die nur durch seine Sammlung überleben konnten und er selbst erfand viele lustige und auch ernste Lieder, die sich in den Reigen der überlieferten Gesänge gut einfügen. Deshalb war es für uns von Anfang an klar, dass wir auch den Volks- musiker Baumsteftenlenz in das Programm aufnehmen müssen. Unser Problem dabei war aber, dass wir eine Theatergruppe und keine Musikgruppe sind. Deshalb sind wir Michael Stockmaler und Ursula Bauer besonders dankbar, dass sie spontan bereit waren, die musikalische Seite des Abends zu übernehmen, verstärkt durch Lisbeth Weiß, die nun auf beiden Bühnen agiert. Paul Friedl ist nun der dritte „Heimatdichter", dem wir eine eigene Hommage widmen, nach Emerenz Meier und Max Peinkofer.

Vielleicht hat auch Paul Friedl postum Glück, dass wir den richtigen Riecher hatten. Als wir nämlich 2001 das Werk der Emerenz Meier aufnahmen, sprach so gut wie keiner von ihr und nun sind Emerenz Meier- Lesungen und sonstige Veranstaltungen keine Rarität mehr. Vielleicht also ist die Zeit jetzt auch wieder reif für den Baumsteftenlenz - wir würden es ihm gerne gönnen.

Aus seinem umfangreichen schriftstellerischen Werk bringen wir 6 Szenen zur Aufführung. Im Mittelpunkt des ersten Teils steht dabei der Roman „Mühlhiasl der Waldprophet". Im zweiten Teil werden lustige Erzählungen aus den Sammlungen „Die Leute vom Bayerischen Wald" und „Heiterer Himmel über dem Waldgebirg" in Szenen umgesetzt.

 

 

Musikalische Gestaltung
Michael Stockmaier, Ursula Bauer, Lisbeth Weiß

  Michael Stockmaier Ursula Bauer Lisbeth Weiß Lieder von Paul Friedl umrahmen das Spiel
 

 

1. Spielszene: Taufe
Mundl Angerer, Max Duschl, Werner Waldbach, Felix und Gerhard Wilhelm

 
Das Findelkind wird getauft Mundl Angerer hat den Buben gefunden Max Duschl ist ein gestrenger Pfarrer Werner Waldbach dient als Mesner Felix Wilhelm als junger Mühlhiasl Gerhard Wilhelm als Taufpate
 

 

2. Spielszene: Dorfratschen
Tanja Eisner, Olga Kremsreiter, Lisa Spindler, Lisbeth Weiß, Anna und Gabi Wilhelm

 
Im Dorf gehen allerhand Gerüchte um Schlimme Dinge werden vom Alraindl erzählt Olga Kremsreiter ratscht tüchtig mit Lisa Spindler sucht alleine einen Mann zum Heiraten
 

 

3. Spielszene: Hiasl in Windberg
Hans Grimbs, Andy Hackl, Markus Kinninger, Helga Lorenz, Werner Waldbach

 
Hans Grimbs als Pförtner spricht gern dem Wein zu Markus Kinninger als berichtet von der Heilung des Pförtners Andy Hackl schaut als Mühlhiasl in die Zukunft Abt Werner Waldbach nimmt Mühlhiasl im Kloster auf Der Abt duldet keine Prophezeiungen
 

 

4. Spielszene: Der Mensch von Gaisried
Gerhard Wilhelm, Lisa Spindler, Werner Waldbach

 
Gerhard Wilhelm als Professor beschreibt die Gaisrieder Werner Waldbach verkörpert den männlichen Gaisrieder Lisa Spindler stellt den weiblichen Part dar Als menschliche Puppen ernten die Beiden viel Beifall
 

 

5. Spielszene: Unschuldig im Irrenhaus
Mundl Angerer, Tanja Eisner, Hans Grimbs, Walter Kremsreiter, Helga Lorenz, Werner Waldbach, Lisbeth Weiß

 
Hans Grimbs und Tanja Eisner stehen vor einem Rätsel Tanja Eisner, Lisbeth Grimbs und Mundl Angerer ebenfalls Bürgermeister Walter Kremsreiter kann Helga Lorenz zu einem Gespräch bewegen Hans Grimbs, Werner Waldbach, Walter Kremsreiter, Tanja Eisner, Lisbeth Weiß und Mundl Angerer erfahren von Helga Lorenz des Rätsels Lösung
 

 

6. Spielszene: Die Wette
Mundl Angerer, Max Duschl, Tanja Eisner, Hans Grimbs, Olga Kremsreiter, Markus Kinninger, Walter Kremsreiter,
Lisa Spindler, Gaby Wilhelm, Gerhard Wilhelm,

 
Markus Kinninger bekommt von Lisa Spindler einen Krapfen, Tanja Eisner ist empört Walter Kremsreiter lässt sich von Hans Grimbs böhmische Weisheiten erklären Olga Kremsreiter ist da eher sketisch Der Wirt Max Duschl hat die Wette verloren, die Gäste lachen ihn aus

 


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